Videotextauszug von Planet Sound (PS) auf dem britischen Channel 4
Besonderen Dank an Suzanne für die Abschrift und an Bettina von Waldegg für die Übersetzung!!



HEATONS BEAUTIFUL ABBOTT

 

Der Sänger der Gruppe The Beautiful South Paul Heaton teilte PS gegenüber mit, daß er es bedauert, daß Jacqui Abbott die Band letztes Jahr verlassen hat.

Abbott stieg während der Tour letztes Jahr aus und Heaton sagte: Ich glaube, daß Jacqui sich innerhalb der Band unterbewertet fühlte und sie der Meinung war, dass einige der anderen Mitglieder sie als überflüssig ansahen.

Heaton fügte hinzu: "Ich bin der Meinung, daß Jacqui die beste Sängerin in Großbritannien ist und dass ich ihr das evtl. öfter hätte sagen sollen. Ich würde mich freuen, wenn sie zurückkehrt.

 

Paul Heaton erzählte PS, wie Jacqui Abbott die Band verlassen hat:

 

"Tourneen intensivieren jede Diskussion die man untereinander hat, aber es war trotzdem ein Schock als Jacqui annoncierte, daß sie die Nase voll hat." Sagt Heaton, der seine erste Solosingle unter dem Alias "Biscuit Boy" am 27. August 2001 veröffentlichen wird. [Naja, nicht wirklich, aber Du hast ja vermutlich schon die Neuigkeiten über die Veröffentlichungsdaten gelesen]
"Es ist 10 Jahre her, daß die Band mich für einen Songtext gelobt hat," fügte er hinzu. "Mir macht das nichts aus, Jacqui hingegen brauchte Lob und Anerkennung – ich bedauere, ihr nicht mehr davon gegeben zu haben."

 

 

PAUL HEATON: LIMP BISCUIT?

"Mid-Life-Krise? Nee. Ich steh nicht auf diesen "Du bist nur so jung wie Du Dich fühlst" Schwachsinn. Ich habe mich von Anfang an wie 50 gefühlt."

 

Was auch immer der Beautiful South Sänger Paul Heaton beteuert, es wird doch ersichtlich, daß etwas im Busch ist, wenn man mit 39 sein erstes Solo-Album unter dem Decknamen "Biscuit Boy" herausbringt.

 

Ist es Vaterschaft? Abstinenz? Die Sicherheit, daß man nicht seinen Reiz verliert? Alle diese Dinge und mehr, teilt Paul PS mit..."Ich mag gute Kekse, aber ich bin nicht besessen, ehrlich," sagt Paul Heaton zu seiner Entscheidung sein Solo Album unter dem Alias Biscuit Boy herauszugeben.

"Es ist der erste in einer Reise von Boy-Decknamen, als nächstes werde ich Pepperboy sein."

 

Also, was wäre falsch mit dem Namen "Paul Heaton"? "Es wäre mir zu peinlich, wenn das Album ein Flop wird. Meinen Geburtsnamen von Nr. 40 in den Charts innerhalb von einer Woche auf Nr. 70 fallen zu sehen. Mal ehrlich, wer braucht diese Art von Bloßstellung?"

 

Nachdem er den Beautiful South Mitgliedern seit 5 Jahren erzählt, daß er ein Soloalbum herausbringt, wurde die Idee während der Aufnahmen zum 2000er Album Painting It Red konkret.

"Es hört sich hinterhältig an, aber ich ertappte mich dabei, daß ich Songs schrieb, die einfach zu persönlich für das Album waren," sagt er.

"The Beautiful South ist eine Kooperation von 7 Leuten, somit ist alles etwas langatmiger. Die Band hatte eine Pause, ich wollte ein schnelles Album machen."

 

Als er eine Wunschliste von Mitarbeitern für sein Soloalbum erstellte, hat Paul Heaton Bill Withers ausgeschlossen "weil er ein Einsiedler ist, der 14 Jahre an seiner eigenen LP gearbeitet hat."

 

Joe Strummer wäre noch eine Möglichkeit gewesen, aber letztendlich endetet Paul mit 2 von Joes "Mescaleros" Bandmitgliedern. "Joe war der Heiratsvermittler," lacht Paul "Er sagte ‚Du solltest Dir die 2 Typen ansehen, mit denen ich arbeite‘ und ließ uns alleine, damit wir uns kennenlernen. 6 Wochen später war das Album fertig."

 

"Barstool" auf Heatons Soloalbum "Fat Chance" (Veröffentlichung am 10. September 2001), ist eine liebevolle Homage an das Trinken. Etwas seltsam für jemanden, der das Trinken aufgegeben hat, oder?

"Ich hatte 20 gute Jahres des Trinkens." beharrt Paul. "Ich würde jeden unterstützen trinken zu gehen, aber für mich ist das nichts mehr." Paul, der seit 18 Monaten lediglich ein Glas Champagner anlässlich der Geburt seiner Tochter getrunken hat, fügt hinzu: "Es ist die Atmosphäre in den Pubs die ich am liebsten mag – Ich gehe in Pubs, aber ich trinke nur alkoholfreies Lager."

 

Noch mehr als der Beginn seiner Solokarriere hat sich Pauls Leben durch die Geburt seiner Tochter Maisy vor 6 Monaten verändert.

"Ich bin zu alt um meine Persönlichkeit dadurch zu verändern, daß ich Vater geworden bin" grübelt Paul. "Dennoch, ich habe mich mehr an die Routine gewöhnt.

"Maisy hat mich in Cambridge spielen sehen – sie mußte Eintritt bezahlen, weil ich ein strenger Vater bin – und sie hat nicht aufgehört zu schreien. Das macht mir sorgen, da sie ein sehr ruhiges Baby ist. Vielleicht war es ein fröhlicher "Yey, Daddy"-Schrei...."

 

Paul vertritt eine leidenschaftliche Meinung über alles, von den Boshaftigkeiten von Tony Blair bis zur Suchterzeugung von Lügen und verbindet den Niedergang von Radio 1 mit dem Kapitalismus in der Musik.

"Es hat mit Thatchers Aussage "Ein Drittel der Menschen geht es besser begonnen," schimpft Paul "Plattenfirmen wenden die selbe kapitalistische Idee auf Pop an.

"Musik ist zum Nischenmarketing geworden und stellt sicher, daß einer von 3 15jährigen Atomic Kitten besitzt. Und Radio 1 zieht mit."

Wenn The Beautiful South im November ihr zweites "Best-Of-Album" rausbringt, sollte man Heaton gegenüber nicht erwähnen, daß einer von sieben Haushalten eine Kopie des ersten "Best-Of-Album" besitzt.

 

"Das ist genauso bedeutungslos, wie zu sagen, daß ich und Dave Rotheray die neuen Lennon und McCartney sind," seufzt Paul. "Ich mag die Beatles nicht, aber ich bin sicher, daß es ihnen um Qualität und nicht Verkauf ging."

 

"Entschuldigung, ich wollte nicht schwallen. Aber jeden Tag setzte ich meinen Cowboyhut auf und sitze für ein Paar Minuten auf meinem hohen Ross ..."